WLAN Strahlung und die Gesundheit


#1

…es kommt nicht oft vor, doch kommt es vor:
Ich werde sporadisch mit gesundheitlichen Bedenken konfrontiert. Jetzt kürzlich auch schon wieder eine Person im Emailverkehr die sich bedenklich darüber äußert und habe mich prompt selber nach Quellen schlau gemacht, die besagen, wie es derzeitig mit der gesundheitlichen Auswirkung bzgl. WLAN Strahlung verhält.

Was ich oft lese ist, dass WLAN Strahlung als “kleinster Übeltäter” der Strahlungsemission nicht groß ins Gewicht fällt. Auch ist es wohl noch umstritten ob WLAN Strahlung auf Dauer Schäden am Körper verursacht, das Gegenteil kann aber auch nicht bewiesen werden.

Einige Quellen die ich, gerade aus erster Quelle, beziehe:
http://www.rz.uni-konstanz.de/activekb/questions/192/Informationen+zur+Strahlungsbelastung+durch+WLAN
http://www.bfs.de/de/bfs/publikationen/broschueren/elektromagnetische_felder/moderne_kommunikation/INFO_Bluethooth_und_WLAN.pdf

Dort heißt es:

Bei Einhaltung der empfohlenen Höchstwerte sind nach derzeitiger Kenntnis keine gesundheitlich nachteiligen Wirkungen auf Körpergewebe nachgewiesen.

So das Bundesamt für Strahlenschutz: Stand August 2012.

Und hier nochmal die These im Gegensatz zu oben
http://www.diagnose-funk.org/themen/wlan/index.php

Ich selbst mache mir keine Sorgen über die gesundheitlichen Auswirkungen, dennoch finde ich, dass man dies Thema nie aus den Augen verlieren darf.

Wie sieht es bei euch diesbezüglich aus? Habt ihr noch andere Quellen?


#2

Bei den ersten Gesprächen mit einer Stadtverwaltung war ich auch auf diesem Thema vorbereitet und habe die grafische Darstellung von folgender Seite ausgedruckt mitgebracht:
http://www.hrz.tu-darmstadt.de/netz/netz_datennetz_internet_1/netz_datennetz_internet_wlan_1/netz_wlan_sicherheit_1/wlan_strahlung_und_gesundheit_1/index.de.jsp

PS. ich habe sie auch tatsächlich gezückt :wink:


#3

Naja Quelle würde ich es nicht nennen, aber geh mal durch ein Wohngebiet mit einem Wifi-Analyser…
Wenn man mit Freifunk EIN Netz erreichen kann und die anderen abschaltet wird es ja nicht mehr Strahlung.

Und was ist mit Babyfone, Funktelefonen, Funkboxen und Co?!
Und wie verhindert man die IMO wesentlich höhere Last durch Mobilfunk oder Funkverkehr?


#4

Gibt ja Leute, die dann tatsächlich über Kopfschmerzen klagen. Die frage ich dann manchmal wie es erst werden soll, wenn ich den Router anschalte.

Es ist kein reines Freifunk-Thema, sondern betrifft sehr viel der modernen Kommunikation. Freifunk ist da tendenziell sogar hilfreich, wenn denn tatsächlich mal private WLANs abgeschaltet werden würden, sobald Freifunk da ist.


#5

Ich hole dabei relativ schnell immer die Handy-Keule raus:

  • mit dem “2 Watt Handy am Ohr” (1 Watt im E-Netz)
  • GSM Kopfstationen die man überall unmittelbar sieht und mit riesigen Antennen um sich rum hat (Verstärker 50 Watt / 10 Watt)

Funkmasten des Rundfunk, kommerzielle Strecken mit hoher Sendelteistung etc. muss man dann gar nicht mehr erwähnen und über das WLan als Quelle des Übels möchte dann plötzlich niemand mehr sprechen :wink:


#6

OK, das Strahlungsvehältnis ist denke ich mal nun klar

Über Schäden am Körper können Studien aus dem Ausland wohl nicht in Betracht gezogen werden, denn die Geräte oder Masten funken wohl mit einer ganz anderen Strahlungsleistung als es unsere Geräte tun/dürfen. In deren Fall liegt die gesundheitsunbedenkliche Messlatte weit höher…

Wie oben gepostet:
http://www.diagnose-funk.org/themen/wlan/index.php

Diagnose Funk - Umwelt- und Verbraucherorganisation zum Schutz vor elektromagentischer Strahlung
Hier wird WLAN sogar regelrecht als gesundheitsbedenkliches Teufelswerk proklamiert. Jedoch werden Behauptungen aufgestellt ohne wissenschaftlichen Bezug…

Ganz anders jedoch in dessen Broschüre
http://www.diagnose-funk.org/assets/df_bp_wlan_2013-05-09.pdf

…mit riesigem Quellenverzeichnis, dass sich auf einem Schlag gar nicht überblicken kann.

So wie ich das sehe, wird die WLAN Strahlung gerne überdramatisiert und gern mit einer offen liegenden Mikrowelle verglichen.

Wenn es wirklich so dramatisch wäre, hätte die WHO oder Europäische Umweltagentur doch schon längst Alarm geschlagen…

Das Thema ist sehr interessant, wie auch ungeklärt.


#7

Es ist wie immer - ich möchte nicht ausschließen, dass einige Menschen dafür sensibel sind. So wie für mich mein Laptopnetzteil im Standby einen nervtötenden Lärm macht (wiiiiuuuuuuuwiiiiiiuuuuuwiiiiiuuuuu), den meine Freundin trotz 9 Jahre jüngerer Ohren nicht hört. :wink:

Die Grafik übernehme ich allerdings sehr gerne mal in die Dokumentation hier, wenn sich daran jemand stört.


#8

Hallo,

vergesst bei eurem vergleichen bitte nicht, dass es sich bei den verschiedenen Funkdiensten um ganz andere Frequenzen handelt.

Eine niedrigere Frequenz und und eine höhere Frequenz haben ganz andere Auswirkungen.

Bei einer niedrigen Frequenz (z.b. 3MHz) kann man bei der Freuqenz, welche bei 2,4GHz gefährlich wäre, sich vielleicht nur die Finger beim berühren der Antenne verbrennen. Bei 2,4GHz wäre es dann aufgrund der sehr hohen Frequenz wohl eher schon sehr gefährlich. [Ich habe es natürlich nicht getestet.] Solch große Sendeleistungen kann man aber zum Glück nicht so einfach erzeugen. :wink:

Wir haben Grenzwerte und das ist gut so. 100mW sind unbedenklich.
Ich darf als Funkamateur mit bis zu 75W PEP Sendeleistung bei 2,4GHz senden. Dafür mussten wir aber auch eine Prüfung ablegen.

Diese Grenzwerte schützen vorallem auch vor zugemüllten Kanälen, denn wenn die Sendeleistungen größer wären (vierfach), dann wäre die Reichweite auch größer (doppelt).

DC7IA


#9

Ich nehme an wir reden bei den Sendeleistungen von EIRP?

Zugegeben Fernseh- und Radiosender in sehr niedriger Frequenz, dafür EIRP 0,5 MW, genug um die Leuchtstoffröhren umliegend zu induzieren.

Ein wenig unterhalb von uns bei 890 - 960 MHz tummelt sich das D-Netz, mit 2 Watt Leistung am Ohr und 50 Watt Leistung an der Antenne.

Das E-Netz ist da trotz der höheren Frequenz zwischen 1720 und 1880 MHz schon wieder relativ human mit 10 Watt an der Antenne und 1 Watt am Ohr und liegt für den Vergleich der EIRP auch schon fast auf Augenhöhe mit dem 23cm Band.

Ein sehr schönes Beispiel knapp oberhalb Deines 23cm Bandes und unserer 2,4 GHz WLan Bandes ist der Mikrowellenherd bei 2,45 GHz. Bei diesem wird ein Magnetron mit einer Leistung zwischen 500 Watt und 1400 Watt verwendet, der äußerste Grenzwert außerhalb des Gehäuses liegt bei satten 50 Watt!

Weit abgeschlagen kommt dann unsere private Elektronik:

WLAN: 100 mW
Bluetooth: max. 100 mW
DECT: 10 - 50 mW

Das ist natürlich schon ernorm viel Leistung, aber als Profi weißt Du dann eben im Gegensatz zu den Konsumenten wie Du mit der Leistung umzugehen hast um niemanden zu stören oder gar zu gefährden.


#10

2,4 GHz sind nicht-ionisierend. Alles was die Strahlung physiologisch macht, ist es afaik, den Körper aufzuheizen. Und zwar mit eben den paar Watt, die auftreffen.

So weit ich weiß begrenzen sich Studien immer auf die indirekten Effekte der lokalen Erwärmung. Insbesondere bei Handys ist das ja viel eher ein Problem, da ich die Strahlungsquelle ja direkt an meinen Kopf halte und daher die Leistung, die auf meinen Körper trifft, viel höher ist.

Insbesondere diese “Diagnose Funk” Broschüre halt ich (selbst als Laie) für unwissenschaftlich. Es ist nicht wirklich ein gültiges Argument mit den Zahlen der Studien zu argumentieren (“Über 40 Studien belegen das Risikopotential von WLAN-Strahlung”), und gar nicht auf den wissenschaftlichen Konsens einzugehen, und ob die Studien nicht eventuell widerlegt wurden. Teilweise werden da auch in vitro Studien gemacht, wo man einfach Spermien oder gar Proteine im Reagenzglas bestrahlt, und sich dann wundert, dass die außerhalb des Körpers mit der Zeit Schaden nehmen.

Ich würde die einfach mal ignorieren. Wenn ein Mediziner die mal zerpflücken könnte, wäre das auch schön. Als Laie kritisiere ich den Mangel an Langzeit-Kohortenstudien. Was vermutlich daran liegt, dass die keinen Effekt von WLAN-Strahlung auf den Körper zeigen (hab ich zumindest in den letzten Jahren öfters in den Medien gelesen), aber da sollte mal jemand Quellen suchen :wink:


#11

Elektrosmogfanatikern ist da eh kaum beizukommen. Die rennen mit Pseudowissenschaftlichen Gerät und Wünschelruten durch Wohnungen und finden überall gefährliche Strahlung. Diverse Versandhändler verdienen da gut dran und schüren diese Hysterie daher.

Vor einigen Jahren wurde in der Schweiz der Mittelwellensender Beromünster wegen Elektrosmog abgeschaltet. Das wurde dort auch groß in der Presse verkündet. Sofort meldete die Presse, die Kühe würden wieder mehr Milch geben, die Leute fühlten sich besser usw.
Mehr Milch als vorher? Der Sender lief immerhin seit 1931…
Der große Haken daran, nur das reguläre Programm wurde abgeschaltet, der Sender lief, mit erhöhter Leistung und einer Hinweisschleife, noch einige Tage weiter. Offenbar mochten die Kühe nur keine Volksmusik.


#12

Und bitte verstärkt die Wirkung von den Freifunk-Routern nicht auch noch mit Barcodes oder anderen Senkrechten Strichen! :slight_smile: :wink:


#13

Ich habe mal im Monitorservice eines ehemaligen bekannten Computerherstellers gearbeitet.
Eines Tages kam ein gerät in den Garantietausch, auf dem vorne ein Kästchen mit dem Aufdruck “TV RAYEX” klebte.
Lies sich problemlos entfernen und öffnen. Das Innenleben sorgte dann für große Lacher… Ein simpler Kamm aus Kunststoff. War aber mehr als wir erwartet hatten.

Warnung: Die Produktbeschreibungen auf solchen Seiten bitte sparsam dosiert lesen. Bei Leuten mit irgendeiner technischen Vorbildung lösen sie akute Lach- und Schreikrämpfe aus.


#14

Sowas hier? Irgendwie geht es dabei auch um Strahlung…
http://www.nucleostop.de/Technik/technik.html


#15

Ich glaube ich biete bald ein MAKESNOSENSE™ für die Freifunk Router an, gegen einen geringen Selbstkostenpreis in Höhe von unschlagbaren € 39,99.

Nach meinem geheimen Verfahren werden dann die WLan Wellen nicht nur unschädlich gemacht, sondern zur Prophylaxebehandlung von DNA Sequenzfehlern umgewandelt. Darüber hinaus kann mein MAKESNOSENSE™ bei gewissen Personenkreisen, durch von dritten Personen durchgeführte Käufe des MAKESNOSENSE™, durch akute Erheiterung Neurotransmitter freisetzen, sobald die Käufer auch nur über die Anwendung und ihre Erfolge berichten:

  • Dopamin
  • Serotonin
  • Noradrenalin
  • Endorphine
  • Oxytocin
  • Phenethylamin

:blush:


#16

Wobei die gefährliche Freifunkstrahlung ja durch Dihydrogenmonoxid absorbiert wird. Aber das ist ja auch wieder lebensgefährlich. 100% aller Terroristen haben vor der Tat nachweislich DHMO zu sich genommen, aber niemand macht was dagegen. Denkt dabei niemand an die Kinder?


#17

Da steckt echt Geld drin. Ein Freund, Techniker an einem Physik-Institut einer Uni, hat mal für einen Fernsehsender diverse Geräte zur “feinstofflichen Raumoptimierung”, “Neutralisation von Wasseradern”, “Kompensation von Erdstrahlen”, “Aura-Optimierer”, “Wasserbeleber” etc. zerlegt und auf eventuelle physikalische Wirkungen untersucht. Das ging von lieblos in eine zigarettenschachtelgroße Plastikbox geklemmte Stücke von Schweißdraht (50€) über kunsthandlich interessante Objekte aus Kupferblech bis zu einer Plastikbox in der Größe einer Einliter-Milchpackung. Die diente der “informationellen feinstofflichen Raumoptimierung”. Damit es einem richtig gut geht, gehört auf eine Etage des Hauses eine solche Box.
Die solide Plastikbox wurde aufgesägt. Darin war eine Tüte mit feinem Quarzsand. Auf der Kiste klebte eine kleingedruckte Beschreibung über die segensreichen Wirkungen und Nebenwirkungen. Unter anderem in den ersten Tage nach Aufstellung “nächtliche Schweißausbrücke.” Die bekäme ich auch, wenn ich für eine Box 600€ (sechshundert) hingelegt hätte.
Interessant für uns technik-affine Heilssucher wären auch Mikrochips in Giesharz. Auf die kann man seine Getränkegläser stellen, um das Wasser informationell zu verbessern. Prost!


#18

Kann das Gerät die herausgefilterten Tachionen auch speichern? Ich brauche nämlich noch welche für meinen Fluxkompensator.


#19

Was ist WLAN-Strahlung verglichenmit H:A:R:P:, Chemtrails, Bilderberger…ich schweife gerade ab. :smiley:

Ich hab in den 80er mit UHF-Sendern Leuchtstoff-Röhren in 75m Entfernung zum leuchten gebracht.
Daher bin ich sicher bin sicher völlig “verstrahlt”.
Mehr als 35J Funkamateur hinterlassen da schon ihre Spuren :smiley:

Aber mal realistisch!

“Wenn” es eine “gefährliche” Funk-Stahlung gibt, ist das noch zuerst das Mobiltelefon.
Das ist massiv gepulste Strahlung, und die hat noch am ehesten das Potential Schäden anzurichten. (auch, wenn bisher das nicht zweifelsfrei bewiesen werden konnte)
Die ist zum Einen viel stärker als WLAN, und zu dem hält man die direkt an den Kopf,

Die Stärke einer elektromagnetischen Welle nimmt im Quadrat zur Entfernung ab, und wenn man 2m neben einem WLAN-Router steht, ist der Einfluss nicht grösser, als der der kosmischen Strahlung…also kein Grund, sich einen Hut aus Alu-Folie zu falten :wink:


#20

Ich würde es mal so sagen, wo es ein 100mW Wlan gibt, muss kein LTE/UMTS mit 2W vom Handy strahlen :smile:
Vor allem denn der nächste Mobilfunk Mast schlecht zu erreichen ist. Und selbst wenn der Mobilfunkmast um die Ecke steht, strahlt dieser mit ~50W.

Btw DECT: 250mW