Freifunk und die Strafverfolgung


#1

Hallo Freifunk Gemeinschafft.
Es gibt hier viele Wlan Hotspots allerdings oft von der Telekom oder Vodafone die man dann nutzen kann wenn man selbst einen Hotspot bzw. Homespot freigibt.
An sich ganz toll aber wen man jetzt 1&1 hat darf man zahlen. Also habe ich mir überlegt informierst du dich mal über Freifunk. An sich eien super sache aber was mir noch nicht so ganz klar ist wie es denn jetzt Gesetzlich aussieht.
Habe schon etwas gelesen aber so richtig schlau daraus geworden bin ich nicht.
Fals es wichtig ist mein Standort ist Schleswig-Holstein.
Es geht mri die frage durch den Kopf ob ich als Anschlussinhaber wirklich zu 10000% nicht belangt werden kann und auch keine bösen Briefe bekomme. Das wäre das lezte was ich wollen würde, selbst wenn man im nachinein die verantwortung von sich abwenden kann. Das System hinter Freifunk verstehe ich einfach nicht. Was passiert da genau? VPN hier und da und ich hafte nicht dafür. Also es ist bekannt das VPN anbieter auch mal die IP rausgeben. Es ist leztlich alles schwierig nachzuvollziehen aber wen jetzt jemand Kinderpornographie über meinen Anschluss hochlädt kann ich mir sehr gut vorstellen das da dann richtig aufwand betrieben wird und wenn es 3 Jahre dauert. Naja und nur wiel ich Kostenlos Internet zur verfügung stelle möchte ich dafür bestimmt nicht in den Knast gehen. Vielleicht kann mir jemand das System ja genauer erklären und die rechtslage.
Mit freundlichen grüßen Funkenflug


#2

Ein Wert über 100% ist in so einem Fall nicht möglich.
Wenn dieser für Dich notwendig sein sollte, dann fehlt dort mindestens Faktor 100, d.h. Freifunk leistet nur 1% dessen was für Dich notwendig ist.
Kurzgesagt: Also zumindest für Dich nicht.

Für Den Fall, dass Du einen realistische Werte anstreben solltest:

(Den Aspekt “Störerhaftung” kannst Du gern ausblenden/entschärfen).

Faktisch kann ich nur wiederholen: Freifunk hat in der Ausprägung der meisten Communities sich zur Aufgabe gemacht, Kontenaufstellende zu schützen. Nicht jedoch ein “Anon-VPN für Arme” zu schaffen für die Nutzenden.

Oder anders: Wenn der Knotenaufsteller auch gleichzeitig Knotennutzer ist, dann ist er nicht 100% geschützt, wenn er selbst über seinen (oder den Knoten anderer) Straftaten verübt.
Wenn er also dann Freifunk nutzt, um Morddrohungen gegen Verflossene abzusenden oder sich der Wiederbetätigung strafbar macht, dann wird es ihm nicht nutzen, dass er auch noch einen Freifunk-Knoten aufstellt.
Es hilft ihm auch nicht dagegen, anderweitig straffällig zu werden, z.B. im Straßenverkehr. Auch dann wird er oder sie böse Briefe bekommen.
Die geforderten “100.000% Scherheit gegen böse Briefe” (in der Hoffnung, Verfehlungen in andereren Lebensbereichen) abdecken zu können:
Freifunk ist kein Universalschutzschild!


#3

Also das Freifunk nicht verhindert das ich einen Brief bekomme weil ich 20kmh zu schnell war ist irgentwie logisch. Es geht einfach darum ob es eine möglichkeit besteht das man trotz des Netzwerkes einen bösen Brief WEGEN der Nutzung meines Freifunkrouters bekommen könnte. Leider hat mir die Antwort nicht wirklich weitergeholfen. Was ich wissen möchte wie ist den dieses Netzwerk aufgebaut. Worüber werden denn die daten gesendet und wer haftet am ende. Es ist mir eben wichtig auf gut deutsch nicht meinen Arsch für andere hinzuhalten. Klar kann man mir jetzt sagen amch einfach da passiert nichts. Aber es ist eben nicht meine Art z.b Tabletten zu fressen nur weil mein Arzt meint nehmen sie die, die helfen ohne zu wissen was genau sie bewirken. Wie genau ist das Netzwerk aufgebaut, wohin gehen die Daten wo kommen sie wieder raus und wer haftet, das ist das was ich gerne wissen möchte ;D


#4

Hallo,

In der Regel baut der Freifunk Router einen VPN Tunnel zu einem Gateway/Supernode/Wieauchimmer auf, dieser kann verschlüsselt oder unverschlüsselt sein - je nach community.

Der Gateway/Supernode/Wieauchimmer kann dann
a) direkt den Traffic ausleiten
b) über den FFRL Backbone den Traffic ausleiten
c) über ein VPN den Traffic ausleiten
d) weitere Möglichkeit die mir gerade nicht einfällt - den Traffic ausleiten

Da auf den Gateways keine Logfiles existieren ( sollten) kann auch nicht nachvollzogen werden wer wann über welchen Freifunk Knoten online war.

Aber: Die Wlan Verbindung zum Freifunk Knoten ist nicht verschlüsselt.

Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen.


#5

Hallo,

du schmeißt hier ein paar Dinge durcheinander. Nämlich die zivilrechtlichen Forderungen und strafrechtliche Verfolgung. Das VPN-System bietet nur Schutz gegen Abmahnungen wegen Filesharings, das Hauptproblem. Freifunk ist keine Anonymisierungsplattform und will es auch nicht sein. Wenn jemand in deiner Nachbarschaft KPs verbreitet, gehört derjenige eingesperrt. Der Unterschied zur ehemaligen Störerhaftung ist aber, dass die Polizei in einem strafrechtlichen Ermittlungsfall nicht pauschal vom Anschlussinhaber auf den Täter schließt, sondern detailliert ermittelt, wer die Straftat begangen hat. Somit bist du da auch raus - sofern du es nicht getan hast.

Viele Grüße
Matthias


#6

@Funkenflug
Moin.

Darf ich fragen aus welcher Ecke von SH?

Gruß


#7

Ja kannst Du. Wenn also z.B. jemand en Router klaut und ihn zum Timer eines Bombenzünders umbaut und dann die Kriminaltechniker herausfinden, dass in dem Gerät eine Mac-Adresse zu finden ist nach der das Ding mit Deinem Amazon-Account erworben wurde, dann bekommst Du einen bösen Brief.
Eine 100%ige Sicherheit kann Dir niemand geben.

Und wenn wir auf Straftaten gegen, die jemand von Deinem Gerät aus verübt, dann wird bei Dir auch jemand klingeln oder einen Zeugenanhörungsbogen schicken. Das ist leider so, wenn Straftaten aufgeklärt werden sollen. Im Strafrecht ist es aber zumindest hier zulange so, dass auch in EDV-Dingen mit Augenmaß gearbeitet wird. Sprich: Die Ermittlungen erfolgen doch zielorientiert und nicht nur unter dem Vorsatz, Aktenberge und volle Asservatenkammern zu erzeugen.
Wenn Du also selbst nicht offensichtlich mit zum Kreis der konkret Verdächtigen gehörst, dann wird Dir nix passieren.
Sprich: Wer im Internet mit verbotenen Substanzen und Gegenständen handelt, der wird für die Tarnung hoffentlich keine Freifunk-Router nehmen. Nicht nur weil es eben dagegen keinen Schutz vor Verfolgung bietet und es andere Dinge für nur wenig oder sogar weniger Aufwand gibt. (Hier könnte man eine lange Diskussion zur Dummheit von Kriminellen starten)

Dass das in der Praxis von Ermittlungsbehörden viel weniger gemacht wird in der Regel nicht passiert und Ermittlungen im Sande verlaufen: Ist auch Realität.

Wenn es nicht um hypothetische und philophische Überlegungen gehen sollte: Das Modell “Freifunk über Freifunk-Rheinand-Exit” läuft seit mehr als 3 Jahren. Und davon sind deutlich mehr als 10.000 Freifunkrouter tagtäglich in Betrieb.
Es sind keine Fälle bekannt (egal ob nun schwebend oder abgeschlossen) in denen “wegen Freifunk” Knotenaufstellende/Anschlussinhaber Abmanungen oder anderweitige Anwaltspost erhalten hätten auf zivilrechtlicher Seite.
Noch sind uns strafrechtliche Vorgänge bekannt, die sich darauf gründen, das jemand einen Freifunknoten aufgestellt (oder diesem Internet-Uplink) gegeben hätte. (“Kripo klingelt an der Tür”)
Noch kennen wir Fälle in denen Internetprovider ihren Kunden “Nachteile” eingebracht hätten (wegen evtl. in AGB irgendwie untersagter “Zurverfügungstellung von Internet für Dritte”). Gibt’s auch keine Fälle von.

Sprich:
Es wird Dir niemand garantieren, dass es Dich nicht treffen wird.
Aber es wirklich mal passieren sollten und dann ausgerechnet Du derjenige bist, dann wirst Du Dich zumindest als Lottogewinner fühlen dürfen. Und entsprechender Beistand aus der Community wird dann mindestens moralisch erfolgen.
(Und nein, eine Rechtsschutzversicherung gibt’s nicht vom Verein dafür.)

In der Praxis muss auch jeder Kraftfahrzeugführer (und andere auch) sich vor jedem Fahrtantritt vom ordnungsgemäßen sicheren Zustand des Fahrzeugs vergewissern, dazu gehört mindestens ein Gang um das Fahrzeug mit Kontrolle der Lichtanlage und der Räder/Reifen. Und wenn man das nicht tut und es passiert genau deswegen etwas, dann haftet man.Zumindest lernt man das in der Fahrschule…
In der Praxis ist es jedoch irgendwie anders.


Rechtssituation Freifunk nach TMG
#8

Hm Reifen da war doch noch was … XD

Danke für die Erinnerung :smiley:


#9

Das hätte als Antwort gereicht.

Gruß


#10

Um mal meine Erfahrung zu teilen:

Meine erste Wolke teilt mein Internet mit Leuten die früher schon mal mit den Gesetz stress hatten.

Eine “Wolke” bezeichnen wir mehrere Freifunk Router die miteinander meshen und somit ein Netz aufbauen.

Ich habe dann vor über ne Jahr die Wolke aufgebaut. Als Hauptziel eben die Möglichkeit zu geben sich im Internet weiterzubilden, oder nach Arbeit zu suchen. (Dies hat sogar bei den einem oder anderen gut geklapt).

Bis Heute ist alles gut.