Routertests (WR841N (drinnen/draußen), Picostation, Nanostation)

Hallo,

@void kam heute mal mit ein paar Routern bei mir vorbei und wir haben mal ordentlich Reichweiten und Durchsatz getestet. Testgebiet war die südliche Aegidiistr. in Münster, da wo der Knoten Bushaltestelle_Schuetzenstrasse hängt.

Getestet wurde:

  • WR841N (auf der Fensterbank bei geschlossenem Fenster)
  • WR841N (draußen, ohne Wetterschutz, da nur kurz)
  • Ubiquiti PicoStation2HP (draußen)
  • Ubiquiti NanoStation M2 Loco (draußen)

Getestet wurde hier unter schwierigen, realen Bedingungen mit 20-30 WLANs in der Umgebung. Die Straße ist auf beiden Seiten 3-4etagig bebaut. Getestet wurde immer die Empfangsstärke und der Durchsatz zu speedtest.net in verschiedenen Entfernungen mit einem Sony Vaio x-series Netbook mit dem Linux-Treiber (Atheros Chipsatz) und void hat mit seinem Sony Android Smartphone Empfangsstärke getestet und Youtubevideos getestet.

Die wichtigste Erkentniss dabei war, dass die gerichtete NanoStation keine Wirkung bei den Clients hatte. Die Reichweite, in der das Netz gesehen wird, ist zwar 25 m weiter (obwohl die Abstrahlung ja nicht höher sein darf - Skepsis), aber der Abstand, bei dem man noch Daten übertragen kann ist nicht größer, sondern exakt der Picostation ebenbürtig. Darüber hinaus kommt zwar noch für weitere 10-15 m eine Verbindung zu Stande und es können auch Pings mit Laufzeiten von mehreren Sekunden abgesetzt werden, aber eine Datenübertragung ist nicht mehr möglich.

Nanostations bringen also nur etwas, wenn auf der anderen Seite auch eine Nanostation oder ein anderer Router mit gerichteter steht. Für die Clients bringt das nichts.

Versuchsaufbau: Da die Ubiquity-Geräte einen schwachen Prozessor haben, wurden diese per Mesh-on-WAN über den WR841N angeschlossen. Beim WR841N war kein Gerät mehr vorgeschaltet. Die Referenzsspeedmessung von innerhalb der Wohnung auf kurze Distanz war 4,35 Mbit/s ↓ und 2,79 Mbit/s ↑ an einer VDSL25-Leitung (26,752 Kbit/s ↓ und 5,376 Kbit/s ↑ laut Fritz!Box 7263SL).

Wir wollten eigentlich per iperf auf die Gateways testen, aber da kamen nur unrealistische Ergebnisse. Leider schränkt die VPN-Leitung nach Schweden, die hier zum Einspeisen verwendet wird, den Durchsatz natürlich ein, aber man kann die Ergebnisse relativ vergleichen. Letztendlich dürfte eben das WLAN der Flaschenhals sein, sobald es um weitere Entfernungen geht.

Die Testpunkte T1, T2 und T3 waren etwa 40, 90 und 130 m entfernt und waren in südlicher Richtung die Kreuzung mit der Schützenstraße, der Wallgasse und dann kurz vor der Promenade, jeweils auf der gegenüberliegenden Seite des Routers.

Detailergebnisse:

  • WR841N (Fensterbank innen): Schon am ersten Testpunkt T1 lag die Empfangsstärke bei -63 dBm und der Durchsatz betrug lediglich 0.29 Mbit/s ↑ und 0.3 Mbit/s ↑.
  • WR841N (außen) T1: -66 dBm, 2.55 Mbit/s ↓ und 2.33 Mbit/s ↑.
  • WR841N (außen) T2: -74 dBm, 1.37 Mbit/s ↓ und 0.42 Mbit/s ↑.
    (Kein Empfang am Punkt T3)
  • Picostation T1: -52 dBm, 2.40 Mbit/s ↓ und 1.69 Mbit/s ↑.
  • Picostation T2: -61 dBm, 1.41 Mbit/s ↓ und 0.48 Mbit/s ↑.
  • Picostation T3: -76 dBm, 1.10 Mbit/s ↑ und 0.27 Mbit/s ↑.
    (ein paar Meter weiter riss die Verbindung zum Router ab.)
  • Nanostation T1: -51 dBm, 3.68 Mbit/s ↓ und 2.27 Mbit/s ↑.
  • Nanostation T2: -63 dBm, 3.01 Mbit/s ↓ und 2.32 Mbit/s ↑.
  • Nanostation T3: -76 dBm, 2.91 Mbit/s ↓ und 1.55 Mbit/s ↑.
    (das Signal reichte dann auch locker noch 20 m weiter, eine Anmeldung und sehr träger Ping waren noch möglich, aber keine TCP-Übertragungen mehr.)

Die Werte sind leider nur Stichproben, bzw. Einzeltests, da es sau kalt war und teilweise auch ein wenig geregnet hat. Die dBm-Werte schwankten so um ±5. Die Speedtests waren eh nicht sonderlich repräsentativ, da sie noch von anderen Faktoren abhingen, wie dem VPN.

Danke nochmal an dich @void, dass du den Spaß mitgemacht hast! Für mich war der Test sehr aufschlussreich. Kurzfristig kommt eine Picostation nach draußen und langfristig wohl ein Unifi AP Outdoor+, wenn der Treiber fertig ist.

Und es wäre gut ein Testskript zu haben, optimaler Weise sogar für Android, dass einen Durchschnittswert der dBm über eine feste Zeiteinheit berechnet und einen iperf zum Gateway macht. Leider ist es uns nicht gelungen vernünftige iperf-Parameter zu finden, die realistische Ergebnisse liefern.

Die Ergebnisse mit dem Smartphone habe ich jetzt nicht mehr im Detail im Kopf, die Reichweite war aber immer so 15-20 m weniger und der Ausleuchtungsbereich bei geschlossenem Fenster für Smartphones ist verschwindend gering.

Weiß jemand, was für Parameter man für iperf benutzen muss?

Grüße
MPW

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Vielen Dank für die Mühe.

Hmm, ich finde gerade bei Testpunkt T2 den Unterschied doch schon sehr deutlich, insbesondere im Upstream. Und auch am T3 ist es deutlich unterschiedlich, wenn man mehr als nur Whatsapp und Co nutzen will.
Darüber hinaus ist der Preisunterschied zwischen PicostationM2 und Nanostation LocoM2 sehr deutlich. Die Pico ist fast doppelt so teuer wie die Loco.

Das sind nur einmalige Tests, die wie gesagt vom VPN abhängen, welches wiederrum von der Providerauslastung in Schweden abhängt. Darauf bitte nicht zu viel geben. Das macht nur Sinn, wenn man iperf richtig ans Laufen bekommt.

Die dBm-Werte sind viel aussagekräftiger.

Dafür braucht man von den Locos auch zwei. Mir gefällt auch nicht, dass da ein Reichweitengürtel von 20-25 m ist, in denen man sich verbinden kann, das Freifunk-Netz aber nicht benutzbar ist. Das ist schlecht für’s Image.

TX-Power runterdrehen.
Das klingt nach „Client hört Basis, kommt aber mit seinen Requests nicht sauber durch“.
Kann in urbanen Regionen durch Nachbarstörungen ein Problem sein.

Wozu zwei Geräte mit doppeltem Stromverbrauch aufstellen, wenn eine Pico das genauso gut hinbekommt.

Da haben wir vermutlich unterschiedliche Sichtweisen (siehe Durchsatz vorletztes Posting oben).

Ja, das habe ich schon gelesen. Lies nochmal genau, wir haben den Test immer nur einmal durchgeführt, sodass die Aussagekraft sehr gering ist. Ein Speedtest über das VPN macht meiner Meinung nach ohnehin keinen Sinn. Man müsste per iperf zum Gateway testen.

Ich versuche gerade mit iperf zurecht zu kommen. Die Ausgabe ist extrem verwirrend.

Ich habe es genau gelesen. Daran liegt es nicht, es ist eine Frage der Interpretation, die wir unterschiedlich vornehmen.
Die Aussagekraft halte ich für mich für ausreichend, da sämtliche Messungen in die gleiche Richtungen gingen, mit zunehmender Tendenz. Aber wie gesagt, meine Meinung. Deine ist eine andere.

Ich hab die Picostation noch hier, wenn ich iperf ans Laufen bekomme, mache ich nochmal Tests.

Ich würde auch mal versuchen, ein private-WLAN zu aktivieren und die IPerf-Gegenstelle dann lokal rennen zu lassen.
Einfach damit wirklich nur Funk und nicht das Mesh und die Gates etc mitgemessen werden.

Was mich erstaunt hat ist, dass der WR841 so „verschissen“ hat.
Schau doch mal, was passiert, wenn ihr bei allen Geräten die regdomain in /etc/config/wireless auf „BO“ stellt. (Wifi neu starten…)
Und dann nochmal lauf „DE“.

Damit hätte es dann nämlich mal vielleicht etwas belastbarereres zu „das bringt nix!“ (oder „naja, aber lohnt nicht“)
ich tippe drauf, dass das auch wieder nur Reichweite bringt, an deren Grenze keine Daten übertragen werden können.

@nullu hatte doch neulich mal einen iperf zum supernode im Raum möhne gemacht. Vllt. Kann er da aushelfen ggf im wiki manifestieren.

Hi,
ich habe jetzt einen iperf Server laufen.
Standard Port nur via Freifunk zu erreichen. Nur 2 Clients gleichzeitig.

/usr/bin/iperf -B 10.15.0.101 -s -P 2 -D

Die Testdaten hier sind hinfällig, da ich nicht wusste, dass die Ubiquiti-Geräte erstmal überhaupt runtergeregelt werden müssen, um den gesetzlichen Anforderungen zu genügen.

Ohne manuelle Anpassung senden sie viel zu stark.

Ohne manuelle Anpassungen sendet auch die ganze „alte“ Tp-Link-Hardware zu stark…
Das dürfte auch der Grund für die Abkündigung von diverser Hardware sein, weil die damit keinen DFS für 2.4GHz hinbekommen.

Wieso braucht man DFS für 2.4Ghz? Entschuldige die dumme Frage aber davon höre ich zum ersten Mal, hast du da mehr Informationen und Hintergründe?

Wenn der Erlang unter 0.1 liegt oder der EIRP unter 10mW, dann brauchst Du das nicht.

4.3.1.5.2
The maximum Medium Utilisation factor for non-adaptive Frequency Hopping equipment shall be 10 %.
[…]
In addition, this requirement does not apply for equipment with a maximum declared RF Output power level of less
than 10 dBm e.i.r.p. or for equipment when operating in a mode where the RF Output power is less than 10 dBm e.i.r.p.

Rate mal, warum sich viele Inverkehrbringer noch Ende 2014 die EU-Importlager voll gemacht haben.