Wenn Geflüchtete den Freifunk nicht nutzen sollen

Um 15 Uhr treffe ich mich bei meinen syrischen Flüchtlings-Kids mit deren Bruder und weiteren Bio-und nicht Bio-Deutschen.
Wir werden lecker Essen, was ein Syrer gekocht hat. Dabei werde ich von diesem Fred hier erzählen und ich bin sicher, dass sich alle köstlich amüsieren werden.
Vielleicht poste ich ein Bild über den in der Wohnung aufgestellten Freifunk Knoten. Eher aber nicht.
Gelsenkirchen ist seit vielen Jahrzehnten eine Einwanderungsstadt, hat viele verschiedene Ethnien, Landsmänner, Flüchtlinge aus Krisen- und Kriegsgebieten aufgenommen. Manche wurden integriert, manche nicht.
Der Gelsenkirchener weiss ziemlich gut zwischen gefühlten und realen Angsträumen zu unterscheiden.
Was ich bei manchem Poster hier bezweifel. Die Ferndiagnosen ohne konkretes Wissen über die letzten „Vorfälle“ - ich erspare mir die zu präzisieren - sind nicht hilfreich.
Von daher ist der gesamte Fred sinnfrei, weil er über ein „die Bürger haben unbegründet Angst, die Polizei versagt, der Routeraufsteller will Flüchtlingen Freifunk verweigern“ nicht hinaus kommen wird.
Es gibt bestimmte Gruppen, die einfach mehr Stress und Ärger machen als andere. Wer das nicht sehen will und aus der Ferne Tipps gibt, die er selber bei sich zu Hause aus verschiedenen Gründen nicht umsetzen kann und würde, der bewegt sich auf einer anderen Realitätsebene.
Also - ihr könnt von mir aus subtil oder offen unterstellen, dass Mark mit der Abschaltung die Strategie verfolgt, Flüchtlingen Freifunk zu verweigern - ich klinke mich aus.

Du gibst nicht auf, oder?
Warum musst Du diesen Thread hier auf Gelsenkirchen beziehen, um Dich dann persönlich angegriffen im Schmerz zu suhlen?

Ich verstehe wirklich nicht, warum Du immer wieder versuchst, durch Namensnennungen daraus einen persönlichen Konflikt zwischen Freifunkenden zu konstruieren.
Ich habe im Thread weder Dich, noch andere namentlich erwähnt oder auch nur im entferntesten Gelsenkirchen überhaupt nahe gelegt.

Du arbeitest hart daran, eine sachliche Diskussion zu verhindern.

Natürlich kannst Du behaupten, dass es nicht sinnvoll ist, zu überlegen, wie man den Betrieb von Freifunkknoten auch unter widrigen „Umweltbedingungen“ möglichst lange zu gewährleisten und das mit möglichst wenig Verstößen gegen Dingen, die wir aus dem PPA ableiten.

Alternative wäre zu sagen „Freifunk zu den eigenen Bedingungen, oder oder gar nicht“. So wie wir das idR tun in z.b. Einrichtungen der Jungendfürsorge, wo seitens Organisationen häufig nach „Kinderschutzfiltern“ nicht nur gefragt, sondern zur Bedingungen gemacht wird. Und wo meines Wissens immer gesagt wird „entweder richtiger Freifunk oder eben halt gar nicht“.

Ich zweifle an mir, denn ich verstehe nicht was Du nu wieder hast. Im übrigen finde ich es immer komisch, wenn einer für eine ganze Gruppe spricht - oder bist Du das Sprachrohr Gelsenkirchens? … kann ja sein, mir gefällt sowas nicht.

Ansonsten freue ich mich für Dich, dass Du anscheinend leckeres Essen bekommst.

Das mit den Ferndiagnosen verstehe ich auch nicht. Wenn sich an Diskussionen nur jemand beteiligen darf, der Deiner Meinung nach Deine Sachstandskenntnis oder darüber hat ist es bestimmt oft sehr einsam, oder?

Ich schneide mir auch eine Scheibe der Ferndiagnose ab, da ich die Zeitschaltung vorschlage. Warum: Die „besorgten Menschen“ müssen sehen, das sich was tut und später kann man durch die Hintertür wieder mehr machen. Ich spitze noch mal zu: Freifunk als Internet für Flüchtlinge (ich finds natürlich gut), aber ich verkaufe jetzt grade Freifunk für alle Bürger. Alles Engagement in Ehren. Ich denke, jedenfalls ist das mein Kenntnisstand, das Freifunk eben so wenig „Piraten-Funk“, wie reiner „Flüchtlings-Funk“ ist.

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Sollte man diese Zeitschaltung auch durch „Aushang“ ankündigen oder schlicht darauf bauen, dass die Betroffenen es schon bemerken und die Sich-Gestört-Fühlenden eventuell annehmen, dass die Geflüchteten neuerdings aus freien Stücken einem gesitteren Tagesablauf folgen?

Die Ankündigung hätte den Charme, dass die Nutzenden nicht „kalt“ erwischt werden. Und die SichGestörtFühlenden wüssten, dass sie nur „bis x Uhr durchhalten“ müssen mit ihrer Toleranz.

Ich bin für Transparenz. Zettel ins Fenster und alle wissen Bescheid: Die „Besorgten“ und vor allem die „Nutzer“
Ich würde mich ärgern, wenn ohne Ankündigung das Netz einfach weg wäre, aber es besteht ja kein Rechtsanspruch :wink:

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9 Beiträge wurden in ein neues Thema verschoben: Könnte man mit Vorschaltseiten die Ruhestörungen durch Freifunknutzer eindämmen?

Nachdem ich der, teils offenbar recht emotionalen Diskussion, folgen konnte, möchte ich noch gerne etwas hinzufügen, was vielleicht hilft, eine Lösung zu entwickeln:

  1. Es spielt schlechterdings gar keine Rolle, welchen Aufenthaltstitel
    oder Status die Menschen haben bzw. hatten, die unsere FF-Knoten
    nutzen. Wenn Frauen Anzeige wegen sexueller Belästigung erstatten
    (was bisher in der Debatte keine Rolle spielte), dann ist es uns
    egal, aus welchem Land der oder die stammen, denen das Delikt zur
    Last gelegt wird. Natürlich werden Straftaten auch ohne einen
    FF-Knoten begangen. Aber durch den Knoten haben solche Menschen
    einen Grund, das eben an genau diesem Ort zu tun und nicht woanders.
    Natürlich ist es absolut möglich, dass die Anzeigen mehr einer
    diffusen Angst geschuldet sind als einer tatsächlichen Straftat.
    Aber wir sind hier lieber vorsichtig und überlegen neu, als
    Warnzeichen zu ignorieren. All zu schnell wird im Moment in den
    Medien ein Ort zur No-Go-Area erklärt. Ich weise hier im übrigen
    deutlich zurück, dass allein die Ansammlung vieler Menschen ein
    Grund zur Besorgnis für uns war. Im Gegenteil: Das offene WLAN hat
    eine wunderbare Gelegenheit geboten, die Flüchtlinge ins Bewusstsein
    der Menschen zu bringen, die ja sonst in Notunterkünften nicht
    weiter auffallen.

  2. Daraus folgt, dass die Inhalte der Kommunikation der FF-Nutzer für
    uns tatsächlich gar keine Rolle spielen. Wir haben uns nicht umsonst
    vorher über das Thema von euch beraten lassen. Wozu jemand den
    Knoten benutzt geht niemanden, auch uns, nichts an. Demgegenüber
    spielt es eine Rolle, wenn Geflüchtete mir berichten, sie halten
    sich vom Knoten fern, weil sie Angst vor anderen Geflüchteten haben,
    die ebenfalls den Knoten nutzen und als Kriminelle gelten. Und wenn
    die Polizei die reine Anwesenheit in der Nähe der als kriminell
    geltenden als Grund für eine Befragung hernimmt, dann ist es
    letztlich nicht so wichtig, ob diese Menschen wirklich Straftäter
    sind oder nicht. Denn was passiert ist, dass immer dieselbe Gruppe
    Menschen den FF-Knoten nutzt und mehrmals pro Woche von der Polizei
    angesprochen wird.

Das Ziel JEDEM Menschen, ob Flüchtling oder nicht, einen freien Zugang zu gewähren ist in diesem Moment verfehlt.

Das Problem ist somit vermutlich eher ein soziales als ein technisches. Und diese Art Problem ist manchmal nur eingeschränkt mit technischen Möglichkeiten zu lösen.

Ausgeschlossen ist es allerdings nicht, weswegen ich dankbar für jede Idee bin, die ihr entwickelt.

Ich kann die Enttäuschung verstehen, die ich offenbar ausgelöst habe, weil ich mich nicht gemeldet habe, bevor der Knoten vom Netz ging.
Das hat rein zeitliche Gründe, denn ich bin teilweise ganze Wochen nicht in der Pfarrei. Was in der Zeit meiner Abwesenheit geschieht, wie z.B. Besuche der Polizei, kann ich dann nicht beeinflussen.
Ich habe euch auch nicht geschrieben, um Rechenschaft abzulegen, sondern weil ich finde, dass ihr über solche Dinge informiert sein solltet, damit ihr sie diskutieren könnt, was ja bereits geschieht. Und weil ich nicht einfach einen Router einbehalten wollte, der mir nicht gehört.

Ich nehme die Diskussion primär als eine interne wahr, weswegen ich darum bitte, mich zu kontaktieren, wenn mein Input erwünscht ist.

Ich werde das hier nicht diskutieren, weil das nicht Thema des Threads sein soll.
Wenn Du Vorgänge in Gelsenkirchen besprechen möchtest, dann nutze bitte dafür den Gelsenkirchener Bereich und mache dort ggf. ein neues Thema auf.

Bitte einmal tief Luft holen und ganz in Ruhe den folgenden Satz nochmal durchlesen:

Soll man das jetzt so verstehen, dass z.B. sexuelle Übergriffe an diesem Ort nur deshalb stattfinden, weil an diesem Ort von möglicherweise kriminellen Menschen FF genutzt werden kann?

Ich begreife die Gründe die zum Abschalten von Freifunk-Knoten führen können schlicht als mehr oder minder prosaisch angehauchte Konvolute, die die Punkte transportieren sollen

  • Hier wollen viele Leute keine Ausländer sehen
  • Freifunk lockt Ausländer an

Und ich bin mir nach der ganzen Diskussion nach wie vor unsicher, ob man mit „Zeitsperren“ an den obigen Kernpunkten irgendwas ändern kann, weil man sich nämlich allenfalls an den vorgeschobenen Argumenten (z.B. „Frauen haben hier jetzt im Dunkeln Angst“) abarbeitet, deren Entkräftung oder „Lösung“ aber nur zu anderen Argumenten führt, weil die Grundprobleme (die beidien oben) damit ja nicht beseitigt sind.

Aus Sicht von überzeugten Freifunkenden ist es meist einfach auf „hart bleiben, Gesicht zeigen“ zu pochen. Aber vielleicht hilft es ja auch wirklich, den schwankenden „Gelegenheits-Knotenaufstellenden“ rechtzeitig das Kreuz zu stärken und auch Material (welches?) an die Hand zu geben.

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This.

Da habe ich gestern nochmal mit meiner Freundin drüber gesprochen.
(Einige) Frauen hatten immer schon im Dunkeln Angst. Nicht nur 2016, auch schon 2006, 1996 und so weiter.

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Ja die Umfragewerte haben sich geändert.
Man ist doch insgesamt sehr unzufrieden mit der Masse an Zuwanderung. Es wächst mit jeder negativen Meldung (das war zu erwarten) Unzufriedenheit. FF war doch sehr in der Presse aktiv mit wir haben gutes getan. Nur insgesamt ist die Stimmung gekippt. Offenes Wlan wird mit Zuwanderung in Verbindung gebracht, zumal die Leute, wie soll es auch anders sein bei soviel Zeit am Tag mit den Geräten vor den Läden hängen, die offenes Wi-Fi bieten.

Nur das wollen wir ja, offenes Wlan. Keine Datenflats, günstige Gerätenutzung. Fortschritt.

ntv ist nehme ich in der Weise ernst, dass es zumindest keine Springerpresse ist.
Ob Online-Umfragen mehr sind als Clickbait for PageImpressions: Kann man sich drüber streiten. Zumal dann gewünscht ist, dass immer irgendwelche Communties drauf anspringen, um einen wertlosen „Sieg“ zu erringen.

Aber zum Thema:

Ich würde mich in Diskussionen darauf versteifen zu fragen
„Wird Zuwanderung durch freies Wlan schlimmer? Was ändert sich denn dadurch?“

Und selbst wenn man sich nicht den edlen Vorstellungen von „Partizipation, Integration und Bildung durch Internetzugang“ anschließen mag. (Was ja eventuell Leuten schwerfallen könnte, die im Internet noch nie etwas für ihre Bildung getan haben und die Fremdländischen gar nicht integriert sehen möchten, weil sie Multikulti-Allergie haben.):
Also selbst wenn man unterstellt, die Geflüchteten würden die freien Internetzugänge gar nicht für Spracherwerb und Benimm-Kurse nutzen, sondern nur Youtube-HD oder gar Schändlicheres damit anschauen:
Für den Fall dass man den Leuten unterstellt, sie wären nach Deutschland gekommen um hier illegale (strafbare, ordnungwidrige) Dinge zu tun: Jede Minute, in denen sie nur Unfug im Netz veranstalten (auf Kosten von Freifunk) könnten sie eben weder Säuglinge verspeisen, noch 13jährige zu Zwangsheiraten zwingen. (Ich unterstelle, dass derartiges nicht Online durchgeführt wird unes es bislang weder ‚saeuglingskoch24.com‘ noch ‚underagepartners.com‘ (oder wie auch immer es dann heissen mag) gibt.)

Aber im Ernst: Entertainmend sorgt für den Abbau von Agressionen1. Und wenn man das nicht mit TV-Berieselung, sondern mit ansatzweise interaktiven Diensten tut, dann sehe ich das Fortschritt.

1 habe ich gelesen, stand in einer Studie, von schwedischen Wissenschaftlern, an Finnen </MUKling>

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Nur blöd, dass ntv jeden so oft abstimmen lässt, wie er möchte :wink:
Einfach abstimmen und dann die Seite neu laden. Der Counter erhöht sich jedes mal um 1. Wem das zu aufwendig ist, der schreibt sich einfach ein kleines Script, dass die Umfrage mit POST Anfragen bombardiert.

Oha, oder auto Mouse.

Ich gebe Euch aber in sofern recht, freies Wlan lenkt die Leute ab. An den Schulen gibt es weniger Randale und auch die Busfahrer berichten schon von eine positive Entwicklung und weniger Beschädigungen. Auch ein FL ist mir lieber wenn er auf sein Gerät glotzt, besser als wenn er in den Gärten schaut was er gebrauchen kann.

Mhh…
Freifunk-Abschaltung, weil ein paar wenige Nutzer sich nicht benommen haben.
Badeverbot für Anwohner von Unterkünften, weil ein paar wenige Gäste daher sich nicht benommen haben.

Irgendwie entwickelt sich das alles in eine ganz falsche Richtung. Ziel sollte es doch sein, die zu bestrafen, die sich nicht benommen haben und nicht kollektiv alle, die in eine Nutzergruppe oder ethnische Gruppe passen. Sowas hatten wir schonmal…

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Es gab kein Badeverbot. Baden wurde lediglich für 3 Tage ausgesetzt, um den Sozialarbeitern Zeit zu geben, Aufklärungsarbeit über Baderegeln in den Camps durchzuführen und Druck aus dem Kessel zu nehmen.
Ich weiss dass das hier trotzdem weiter unter dem Oberbegriff „Rassismus“ und „Xenophoobie“ kolportiert werden wird.
So wie auch weiter die „Verharmloser“ eine wirkliche Lösung für das Problem „Was tun wenn Freifunk Angsträume schafft“ verhindern werden.
Laminierte Aushänge für besorgete Bürger, die ihnen erklären dass die bösen Buben nur in ihrem Hirn existieren und Ausfluss ihrer rassistischen Gesinnung sind? Mehr habt ihr nicht anzubieten?

Nebenbei, diese Stilisierung des Freifunks zum gemeuchelten Freiheitshelden durch die Verbindung zum Badeverbot für Juden macht mir Unbehagen. Da wird Freifunk zu sehr aufgeblasen.

Ich zitiere mich selbst:

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Es zeigt sich, dass es unterschiedliche Auffassungen darüber gibt, ob das Besprechen von Problemen im Forum Lösungen aufzeigen kann und ob selbst für den Fall, dass es keine überzeugende Lösungen gibt, so zumindest ein Problembewusstsein geweckt werden kann bei Lesenden, die lokal bei sich noch nicht auf besagte Schwierigkeiten gestoßen sind.

Um dem Beispiel zu folgen, böte es sich ja vielleicht an (oder hätte es sich angeboten) auf dem Kirchplatz nicht nur einfach FF abzuschalten, sondern ebenfalls darüber nachzudenken mittels Aufklärung durch Sozialarbeiter in dem benachbarten Camp die Situation gründlicher in den Griff zu bekommen.

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Das setzt freie personelle Kapazitäten vorraus die ich, wider besseren Wissen, in Frage stelle.