Gibt es verlässliche Powerline-Produkte?


#1

Hallo,
wir evaluieren aktuell ob es möglich ist einen Wohnmobilhafen (mit Fördergeldern) in unser Freifunk-Netz zu integrieren. Im Hafen gibt es mehrere Stromverteiler, die letztlich an die Hauptverteilung eines nahegelegenen Gebäudes (Schwimmbad, Gebäude mit besonderen Anforderungen!) angeschlossen sind bis zu welchem wir eine Verkabelung hinbekämen. Das Problem ist das man vom Gebäude selbst per Funk oder neuem Kabel nur sehr schwer zum Hafen käme. Geht schon kostet mutmaßlich aber 3-5000€ und macht viel Stress. Wir überlegen nun ob es möglich wäre vom Elektriker etwas höherpreisigere Geräte verbauen und die Installation anpassen zu lassen, sodass über das bestehende Stromkabel wenns geht min. 50-100 Mbit relativ störungssicher übertragen werden könnten.

Bisher sind wir auf die Pro-Produkte von Devolo gestoßen und fragen uns, ob man deren Zuverlässigkeit mit jener der günstigsten Warzenstecker vergleichen kann. Phasenkopler verbauen usw. wäre kein Thema bzw. auf der selben Phase zu arbeiten. Was kann ein Elektriker tun, um die Stabilität dieser Verbindung zu erhöhen (ggf. irgendwelche Filter richtung sonstigem Hausnetz) ? Kann man was gegen störende Verbraucher tun?

Die Frage ist: wenn nur ein Stromkabel zur Verfügung steht und man an beiden Enden Änderungen vornehmen kann, ist das für uns Freifunker grundsätzlich brauchbar oder nicht? Any knowledge welcome!

Cheers,
Arwed


Mesh on lan über powerline/PowerLAN (HomePlug-Standard)
#2

Mag vielleicht etwas diletantisch klingen, aber ich habe mit den 500 MBits TP-Link Adaptern nur gute Erfahrung gemacht, das auch über getrennte Stromkreise hinweg.

Gibt es zT für 15€ bei EBay KL.

Das selbst über ungünstige Konfigurationen mit mehrfach Steckern und Netzteilen.

Hier ein paar Beispiele :
https://mesh.freifunk.in-kiel.de/#!v:m;l:c04a0049704a-c46e1fc9d198
https://mesh.freifunk.in-kiel.de/#!v:m;l:24a43ce4c917-10feed496336


#3

Die Sachlage hat sich gebenüber


und

nicht geändert.

Die Geräte (sind ja alles Atheros-Chipsätze) sind gut, die Geräte selbst sehr zuverlässig.
Nach wie vor.
Die Standards nach HomeplugAV (200MBit/s brutto), die Geräte sind jedoch vermutlich inzwischen >10 Jahre alt, daher würde ich dort auch bei “NOS” mißtrauisch sein.
Zumal die IEEE1901 (500MBit/s) sind billig zu bekommen sind bei den üblichen Resteschiebern (Pearl…)
Und selbst die neuen nach HomeplugAV2 (GBit) sind nicht mehr teuer. Da besteht sogar noch Chance auf generische Treiberupdates. Wenngleich ich davon ausgehe, dass das nie nötig werden wird.

(Deine Fragestellung, die ich aus dem Posting herauslese ist jedoch keine nach der Zuverlässigkeit der Geräte, sondern die nach der Zuverlässigkeit so ener Vernetzungslösung. Aber das wurde ja schon im obigen Thread disktuiert.)


#4

Danke für eure Antworten. Ja, mir geht es in der Tat um die Vernetzung und nicht ob die Geräte für sich genommen gut funktionieren. Also wenn man aufpasst das keine FI’s/Sicherungen/Unterverteilungen mehr zwischen den beiden Powerline-Adapter liegen und das keine Netzteile etc. in der Nähe sind.

Ebenfalls interessant wären aber Geräte die auf beiden Seiten fest in eine Elektroinstallation eingebaut werden können und so ggf. in das Vorfeld einer Unterverteilung (keine Sicherung zwischen beiden Enden) kommen könnten. Aber außer Phasenkoppler konnte ich nichtsdergleichen finden. Können die Phasenkoppler eigtl. wie ein ganz normaler Adapter genutzt werden?

Cheers,
Arwed


#5

Wie gesagt Phasenkoppler sind oft gar nicht mehr nötig.

Habe bereits einige Konstellationen mit PowerLAN gebastelt und das ging fast immer problemlos.

Je neuer die Geräte desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie reibungslos funktionieren. (Ach und bitte lass dich nicht von GBit/s Angaben blenden.) In der Praxis habe ich noch nie mehr als 70MBit/s gesehen, eher deutlich weniger. Es kann natürlich sein, dass da dann ein Phasenkoppler hilft.

Bei mir zu Hause habe ich einen Test vom ersten Stock in den Keller durchgeführt, es kamen noch etwa 30Mbit/s an.

Wobei man fairerweise sagen muss, dass sich meine Erfahrungen auf die 500MBit/s Generation mit SISO Technik beschränkt. Die neue AV2 Generation mit 2x2 MIMO kann sicher deutlich mehr.

Zum Thema einbaufähige Adapter kann ich nichts beitragen.


#6

Hm, ich habe über lange Sicht nur schlechte Erfahrung gemacht mit diesen Powerline. Habe bestimmt schon 100+ Stück in die Tonne geworfen. Anfangs habe ich noch die Elkos umgelötet. Wenn ich jetzt irgendwo hinkomme wo die verbaut sind, zum Beispiel bei Kassensysteme fliegen sie gleich raus und ich ziehe Strippen, oder rüste auf WLAN um.


#7

Was sind denn die Hardwaredefekte, die Du gefunden hast?
Waren das spezielle Hersteller? Wie alt waren die Geräte dann jeweils etwa?


#8

Wir haben mehrfach die Erfahrung gemacht, dass man die billigen in die tonne kloppen kann.
Achte unbedingt darauf solche zu nehmen, die alle 3 Adern für die Übertragung nutzen. Mutmaßlich also solche mit größerer Werbe-MBIT-Angabe.
Damit haben wir stabilere Verbindungen, oft ging es sogar nur mit denen, mit den günstigeren nicht.


#9

Ich muss mich den negativen Meinungen/Erfahrungen zu PLC anschließen.

Dennoch würde ich es auch erstmal mit PLC versuchen. Ein Wohnmobil Campingplatz wird mit eventuellen kurzen PLC Aussetzern leben können (müssen). Da sollte man sich nicht den Anspruch von 100 Prozent Echtzeitversorgung aufschwatzen lassen. Wenn man sich den ganzen Bauärger mit eventuellen Anliegern vor Augen führt, kostet doch ein erster Pilotversuch mit einen Devolo 1200er Pro auf Hutschiene vom Elektriker installiert im Hauptverteilerkasten und dann die normalen Pros für die Steckdose quasi nichts.

Davon abgesehen. Ist das Umfeld denn so knapp ausgelegt, so dass in den Stromkabeln nicht doch noch 2 freie Ersatzdrähte organisiert werden können? Dann könnte man VDSL2 Medienkonverter installieren, z. B. von LevelOne. Die funktionieren erstaunlich gut und stabil bei einem Bekannten. Und das nur mit einfachem Telefondraht in der Erde über ein paar hundert Meter.


#10

Ich denke, in diesem Thread geht es u. due Zuverlässigkeit der gewählten Geräte.
Und nicht um die Performance der Lösung im Freifunk-Kontext.
Von daher würde ich darum bitten mal etwas konkreter zu werden bei “in die Tonne kloppen”.

Was geht da konkret kaputt bei den Geräten?
(abgesehen davon, dass das in der Regel hierzulande nicht mit dem EEG vereinbar ist und wir beim Freifunk mit soetwas nicht prahlen sollten)


#11

ich meinte das technisch! Die Verbindungen sind mit den Geräten mit geringerer MBIT-Werbeangabe schlechter oder teils gar nicht vorhanden, an Setups wo es mit z.B. TL-PA8010PKIT funktioniert.
Kaputt gegangen sind uns noch keine.

Man sollte auch immer sehr darauf achten, dass Schaltnetzteile, die parallel gesteckt werden, die Verbindung immens verschlechtern. Wenn schon Schaltnetzteile an die selbe Steckdose müssen, dann nur hinter das Powerline-Gerät (was natürlich bedingt, dass man eines mit Steckdose kauft). Hierbei können die Geräte dann besser filtern, als wenn Sie beispielsweise gemeinsam an einer Steckerleiste oder Wand-Doppeldose hängen.


#12

Das hat aber doch nichts mit den Powerline-Geräten und deren Zuverlässigkeit zu tun.
Sondern ist wieder nur eine weitere grundsätzliche Betrachtung zu Powerline wie in den 2-3 Parallelthreads.
Versucht doch mal beim Thema zu bleiben.

Und welche Hersteller unterscheiden sich diesbezüglich?

Nun werdet doch mal konkret.
Also bitte nicht nur “HomeplugAV2 nehmen”, oder Verdrahtungstipps.
Sondern nennt doch mal Ross und Reiter, welche Geräte “der gleichen Kategorie” besser sind als die vom anderen Anbieter.


überlege/ plane eine Kleingartenanlage mit Freifunk zu versorgen
#13

Hallo Zusammen,

ich verwende im Sicherungskasten das Produkt dLAN® pro 1200 DINrail von Devolo als Einspeisung. Das hat direkt einen integrierten Phasenkoppler und MIMO Technik, nutzt also auch den PE Leiter zur Datenübertragung. Die Montage ist direkt auf der Hutschiene:

Das funktioniert deutlich besser und stabiler als die vorherige Lösung mit passiven Phasenkopplern von Allnet und 1200Mbit Produkten von TP-Link (TP-Link TL-PA8010P KIT AV1200).

Diese beiden Geräte habe ich nun als “Client” an der Devolo Einspeisung hängen. Eine auf dem Speicher der Garage und eine auf dem Dachboden. Sie funktionieren recht performant, allerdings haben sie schon deutliche Probleme mit den Umgebungsbedingungen auf den Dachböden. Im Winter, Frühjahr und Herbst läuft alles stabil, im Sommer gibt’s Temperaturprobleme. An besonders heißen Tagen setzen die beiden schonmal aus. Dann hilft nur, die Stromversorgung kurz zu unterbrechen. Danach laufen sie wieder an. In der Regel passiert dieser Ausfall alle drei bis vier Wochen im Sommer. Ist also keine Lösung, wenn man auf einen Kirchturm laufen muss. Ich komme mit dieser eher geringen Verlässlichkeit klar, auch wenn sie mich ärgert. Man muss natürlich sagen, dass die Temperaturen auf dem Dachboden im Sommer auch oberhalb der Spezifikationen liegen, ist also m.E. kein Fehler des Produktes.

Ich habe auch ein 500MBit Adapter von TP-Link im Einsatz. Direkt unter dem Dach von einen Schuppen, ähnliche Temperaturbedingungen wie auf dem Dachboden. An einer etwa 70-80 Meter langen Leitung und zwei Unterverteilungen vorbei. Das funktioniert mit der Devolo Einspeisung ganz hervorragend. Früher kam kaum etwas an, jetzt ist es ordentlich:

Was mich allerdings stört - und das könnte in einigen Settings ein echtes Problem sein - ist, dass man nirgendwo eine Präferenz zur Bandbreite (Upload/Download) einstellen kann. Eines der Adapter (etwa 25 Meter vom Einspeisepunkt entfernt, nach einer Unterverteilung) hat zwar einen höllenschnellen Upload, aber einen gruseligen Download. Und das kann man nicht einstellen. Da hört es mit der Verlässlichkeit dann auf. In einem Hotel / Restaurant / Campingplatz kann man mit so einer Performance dann auch eben nichts anfangen.

Insgesamt schicke ich drei VLAN über die Adapter. Clientnetz, Mesh-Netz und Privates Netz. Am stabilsten und verlässlichsten ist dabei die Verbindung Devolo 1200 <–> 500Mbit TP-Link. Mit etwa 20MBit je Richtung dafür aber auch nicht die schnellste.

EDIT: Mehr Performance erwarte ich nicht von Powerline. Es soll lediglich mein Netz erweitern, dort wo keine Kabel liegen und Freifunk/ Netzwerkdienste bereitstellen. Das muss nicht zwingend megaschnell sein. Im Haus ist alles verkabelt und es gibt etagenweise APs.

Gruß

Ulli


#14

Die habe ich auch gefunden. Guck dir mal die Datenblätter der “normalen” und der “professonal” Versionen an. Die sind komplett identisch bis auf die Fernwartungsmöglichkeit. Was die genau kann bleibt allerdings eher diffus.


#15

Um nochmal auf den Ursprung zurück zu kommen:
Gibt es von dem Gebäude keine Sichtverbindung zu den WoMos? Sonst werfe ich wieder gerne die von mir heiß geliebten Ubiquiti LiteBeam/NanoBeam ac in die Diskussion. Ans Gebäude den LiteBeam ac AP (120 Grad Fächer) in Point to Multipoint, dann mehrere Empfänger strategisch gut verteilen. Bringt bei freier Sicht netto mindestens 100MBit, bei nur einer Gegenstelle in PtP auch über 300 Nutzdatenrate.
Kosten pro Station um oder unter 100€ zzgl. Installation.


#16

Powerline-Geräten ist die Sichtverbindung eigentlich völlig egal.

(Wenn der TS eine Frage zu “wie mache ich eine Großinstallation, dass es läuft”, dann hätte er nicht in Hardware, sondern im Bereich “Großinstallationen” gesposted. Und vor allem nicht unter dem Verlässlichkeit der Anbieter.)

Wir haben also bislang herausgefunden, dass es keine Berichte von wirklich “elektrisch defekten” Powerline-Geräten gibt.

Dass man aber für gewerbliche Installationen durchaus Dinge bekommt wie

  • Powerline-Geräte für die Hutschiene
  • Filter für die Hutschiene für 16A, wie auch für 25A

Und dass diese eine sauberere Installation ermöglichen, sofowohl unter funktionalen (störungsarmer Betrieb) wie auch Normungs-Aspekten (VDE-gerecht)

Und dass diese DINrail-Geräte einen Preis haben, dass man durchaus gewillt ist, nach Alternativen zu schauen. (NB16ac oder LBac-Head in den Schaltschrank gemogelt…)


#17

Ich habe mich mit meinem Post zwar vom Topic weit entfernt, fand aber den Bezug zur Ausgangsfrage im Text ganz passend. :wink:
Wollte damit nur keinen neuen Thread aufmachen…


#18

Genau das macht es aus. Bei einem Schwimmbad muss das alles 100% stimmen z.B. müsste ein Mast und sei er noch so klein auch geerdet werden was heißt man muss doch ein Kabel vergraben (Tiefbau: Wegekreuzung/Pflasterarbeiten, befestigte Feuerwehrzufahrten, etc.) dann kann man auch gleich Glas dazulegen. Kostenpunkt sicher 2000,- netto und mehr.

Alle (neuen) Außenkabel müssen am Gebäudeeintritt blitzstromtragfähig mit der HES verbunden werden - gut das ist auch normal der “Stand der Technik” der z.B. von Gebäudeversicherungen im Schadensfall eingefordert wird aber bei einem Schwimmbad wird sowas auch jährlich noch vom TÜV überprüft. Es braucht auch wenig Fantasie um zu wissen das ein indirekter Blitzstrom im Hausnetz der via Pumpen etc. aufs Badewasser überschlagen kann tendenziell eher suboptimal ist. Solche Überspannungsableiter kosten richtig Asche… (schnell 1000,- inkl. Einbau pro Stück). Da kommt leider schnell was zusammen.

Deshalb überlege ich einfach einen unscheinbaren Versorgungskasten aus Plastik auf den WoMo-Hafen zu stellen und darauf zu hoffen das sich kein Kollege aus Aluminium direkt daneben stellt. Kein Mast => keine Erdung. Vlt. noch auf 2m Höhe am Zaun des Bades befestigen weil der Hafen eine Überschwemmungsfläche nutzt (nicht selten die Flächen so zu nutzen).

Danke für eure Mithilfe ich denke @adorfer hat eine gute Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse geliefert.

Cheers,
Arwed


#19

1 oder 2 Elkos werden oben auf dem Deckel rund
Lebenszeit bei den TP Link ist aber wohl sehr abhängig von der Nutzung und Raumtemperatur im Dauerbetrieb bis 3 Jahre. Gibt wohl auch etliche, fast baugleiche Modelle von anderen Herstellern.


#20

Hallo.

ich habe seit 5 Jahren daheim https://support.wdc.com/product.aspx?ID=1707&lang=de im Einsatz, bisher war das einzige Problem, das ich sie mal neu Verschlüsseln musste als die Mieter unter uns Telekom Powerlan Adapter bekommen haben.