Übergroße Broadcastdomains

Hallo zusammen,
Ich habe eine Verständnissfrage zum meshnetz:
In einer großen Meshwolke entstehen auch große Mengen an b.a.t.m.a.n overhead. Gibt es Erfahrungswerte, welche Werte „normal“ sind oder ab wann man sich Gedanken machen sollte?
Ich habe verstanden, das große Netze, sofern sie in der gleichen Kollisionsdomäne sind, ab einer bestimmten Knotenzahl schwache WLAN-meshlinks verstopfen. Habe ich das so richtig wiedergegeben? Wie kann ich erkennen, ob das ein Problem ist?

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Hi,

du könntest die betroffene Strecke isolieren. Also durch Ziehen der Verbindung zum Internet an allen stellen komplett offline nehmen, dann besteht das Grundrauschen nur noch aus den Knoten, die lokal vor Ort sind.

Dann müsstest du per manueller IPV4 immer noch auf die Statusseiten der Router kommen und wenn die Firmware schon größer gleich V2016.1 ist, kannst du dort die TQ-Werte ablesen und mit denen von vorher vergleichen.

Grüße
Matthias

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Hallo Marcus,

der übermäßige batman-overhead entsteht nicht durch große Funkwolken, sondern dadurch, dass (fast) alle Router per VPN miteinander meshen.
Schwache meshlinks tun meines Wissens nichts zur Sache, solange auch noch eine andere, stärkere Verbindung (z.B. über einen Umweg) besteht.
In GL haben wir eine avg mgmt-RX von ca. 60 kbps

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Hallo Ihr Zwei,
Vielen Dank für die Antworten!
Sehe ich das hier richtig, dass da auf unserem Kirchturm rund das zehnfache an mgmt-RX läuft? Oder interpretiere ich da etwas falsch?

Ich würde sagen, dass das jetzt davon abhängt, was da noch so dranhängt? Wie isoliert hast du das denn?

mmhh, fast die ganze Stadt.
seit einiger Zeit sind Links, die früher grün waren auch rot… 0,5Mbit an vielen Stellen leider normal :frowning:
Hier noch die IP

Mit >600 Knoten ist das schon knapp an der Grenze zum Benutzbaren…

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Würde es denn das Problem lösen, wenn man mehr Uplinks in das Netz hängt?
Die, die jetzt dort aufgestellt sind, sind allerdings schon nicht ausgelastet.

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Nein, mehr Knoten machen es nur schlimmer.

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Da wird euch nur eine Domänaufteilung helfen. Unter 100 Knoten ist ideal, 100 bis 200 ist erträglich, darüber wird es merklich schlechter.

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Wie schätzt Du es ein, die bestehenden Knoten in der Stadt -oder zumindest einige- ans Internet anzuschließen und vom Meshknoten zum Uplink aufzuwerten? Ändert das etwas?

Vielleicht andere Baustelle:
Ich hab eben einen Speedtest an HP-H7-2 gemacht, dabei ist trotz 10Mbit Anbindung via Freifunk nur 2.21Mbit / 0,66Mbit erreichen können. Das ist die IP. Das ist der Ort.
Dieser Knoten hatte seit einige Stunden keinen WLAN-mesh Partner. Ist also völlig losgelöst von dem problematischen wlan-mesh Netz. Aktiviere ich übrigens den benachbarten mesh-Knoten ein Stockwerk höher, erreiche ich über diesen Nachbarknoten dann maximal noch 0,5Mbit in beide Richtungen :frowning:
Liegt hier vermutlich die gleiche Problematik vor wie im Stadtnetz oder ist das ein anders Problem?

Vielen Dank vorab für die Antworten!

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Du hast da noch einen Denkfehler: Es geht nicht um die Knoten, die sich vor Ort lokal sehen. Jeder Knoten in der Stadt oder der Domäne spricht mit jedem Knoten der über DSL/VPN irgendwo verbunden ist.

Den Knoten zu wechseln bringt dir nichts.

Dass du pro Knoten Bandbreite verlierst ist normal.

Grüße
Matthias

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ah ok, danke! Die Sache klärt sich…
Den Begriff „Domänensplit“ habe ich im Forum gesucht, leider aber nichts konkretes über die techn. Ausgestaltung gefunden. Gibt es dazu irgendwo noch etwas, was ich jetzt nicht gesehen habe?
Also konkret:

  • Gibt es dann in der abgespaltenen Domäne einen neuen Namen für das wlan mesh Netz?
  • Ist auch die Client SSID eine andere, also in unserem Fall z.B. Freifunk-Heppenheim.de statt freifunk-rhein-neckar.de?
  • Wird die neue Domain dann auch zwingend an anderen VPN Servern betrieben oder zumindest an anderen VPN-fastd.
  • Ist in letzterem Fall ein solcher Netzparallelbetrieb machbar und sinnvoll? Gibts es dazu Beispiele?

vielen Dank für die guten Infos hier!
Marcus

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Also würde nur eine genaue Planung unter Berücksichtigung von Zuwachsnodes Sinn machen um absehbaren Problemen vorzubeugen und Zusatzstress zu vermeiden?
Sind deine Angaben Erfahrungswerte oder kann man sowas berechnen/simulieren?

Vielleicht hilft das weiter?

Solche Behauptungen sind gefährlich, wenn man das Netz und vor allem den Aufbau hintendran nicht kennt.

Ich würde gerne helfen, das Problem in Heppenheim konstruktiv zu lösen - daher lasst mal den alten Streit beiseite bitte - noch hab ich da auch keine Aktien drin :wink:

Ich habe das Experiment von Marcus mal hier daheim nachgestellt. Zufällig hat mein Nachbar einen Knoten mit Uplink. :slight_smile:

So sieht der Speedtest über einen 87% Link über die Straße zu meinem Nachbar aus:

Was er für eine Anschluss hat weiß ich nicht, allerdings ist das für mesh ganz ordentlich.

Ich selbst habe eine 30 Mbit/s Unity Media Leitung. Jetzt hab ich den Uplink an meinem knoten wieder hergestellt, und jetzt sieht der SpeedTest über gw06 so aus:

→ Wegen der Restriktionen hier kommt das Bild im nächsten Beitrag…

Überraschung. Es ist mit Lokalem Uplink langsamer als über mesh.

Was lernen wir daraus → Ein Domain Split löst in Heppenheim nicht unser Problem und noch mal: Der Overhead ist hier nicht unser Problem…

Der Batman overhead in unserem verursacht derzeit auf ein Grundrauschen von ca. 250 kbit/s - nichts was eine DSL Leitung in die Knie zwingt.

@marcus - Die HGK hat mit zunehmender mesh Knoten zahl auch zunehment mngt rx. Das war ja sogar mal der Sinn dieser Relais station. und 500 kbit/s ist nun wahrlich kein belastender Traffic.

Ein übel des mesh Protokolls ist es auch, dass die „billigste“ also die Verbindung mit den wenigsten Hops verwendet wird, nicht die mit dem besten Uplink. Das heißt: Der oberen Stadt hilft der HGK Uplink nicht viel, denn die werden alle ihren Traffic über den nächstgelegenen Uplink los. Und wenn der halt kacke ist, ist das netz lahm.

Daher: Mehr direkte Uplinks an den Knoten, das würde das netzt sehr viel schneller machen.

Hi,

am Besten ja, damit die Knoten nicht untereinander meschen. Es gibt aber auch das Aachener Modell, wo die Kollisionserkennung serverseitig erfolgt. Den neuen Mesch-SSID-Namen kann man in der site.conf einstellen.

Das kann man machen, wie man möchte. Im Münsterland nutzen wir immer „Freifunk“.

In der Regel schon, weil das erstmal einfacher ist. Im Wupper-Möhne-Konzept laufen aber mehrere Batman-Domänen über einen Server. Das ist etwas aufwändiger zu konfigurieren, spart aber Ressourcen und somit Geld.

Viel Arbeit aber derzeit unverzichtbar, wenn das Netz zu groß und zu langsam wird.

Das sind theoretische Optimalwerte. Wir haben auch Domänen mit > 400 Knoten, die noch super laufen. Generell gilt, je schwächer der Prozessor ist, umso schneller geht der Knoten durchsatzmäßig in die Knie.

Nochmal kurz allgemein, warum ein großes Netz langsam ist: Jedes ankommende Batman-Origin-Paket muss auf den Routern verarbeitet werden. Das kostet Rechenzeit. Und wenn die Prozessoren schwach sind, verbringen sie proportional immer mehr Zeit damit. Eines der schwächsten, gebräuchlichen Modelle ist die Picostation von Ubiquity.

Als wir 1200 Knoten in einer Domäne hatten, lief alles an einem x86-Offloader noch super performant. Der hat die Pakete und die zusätzliche Rechenbelastung gut weggesteckt und man konnte immer noch super surfen. Aber die Prozessoren der Router sind dann platt und haben deutlich weniger Kapazitäten für die VPN-Abwicklung.

Grüße
Matthias

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Das Problem in großen Domains sind vor allem schwache Wifimesh-Links.
Die werden bei 12MBit/s-MCS komplett geflooded mit Background-Traffic. Hast hat nichts mit der Bandbreite zu tun, sondern mit der Paketrate und den notwendigen SwitchZeiten, die für Präambeln und den üblichen CSCD-Mechanik draufgehen. Da ist dann bei niedrigen Connect-Speeds irgendwann die Airtime aufgebraucht.

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Das erklärt, warum mesh-Links, die vor ein paar Wochen noch auf der Karte grün waren, jetzt rot werden oder ganz wegfallen, richtig?
Gilt das für alle Freifunk Konfigurationen oder gibt es da vielleicht Besonderheiten bei FFRN, für die Dein Schluss @adorfer nicht zutrifft? Es wird oft agumentiert, das FFRN Netz sei anders und ohne genaue Kenntniss dessen sei eine realistische Einschätzung der Lage nicht möglich.