Vorwurf: Freifunkende kümmern sich vorrangig um Geflüchtete (War: Auftritt des FFRL)

Wie sehen denn die Garantieurkunden von UM und 1&1 aus?
Und wenn es dort keine gibt und der Vertreter dort nur sagt „das ist voll krass sicher, weil wir sind Provider“ - warum reicht dann die gleiche Aussage beim Freifunk-Vertreter nicht? Warum braucht es da eine gesonderte offiziell anerkannte Erklärung dazu?

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Ich verstehe das Problem nicht. Wenn soviele Einrichtungen gerne Freifunk hätten, wieso nutzen sie ihn denn dann nicht? Freifunk ist von Bürgern, für Büger. Jeder kann mitmachen, jeder kann einen Router aufstellen. Wenn die Caritas in ihrer Suppenküche gerne Freifunk hätte, warum stellen sie nicht einfach einen Router auf?

Der Rest mit dem Providerprivileg ist oft genug diskutiert worden, da erspare ich mir weitere Kommentare.

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Zusätzlich zu dem was @dgoersch schrieb:

  • Jeder kann sich auch bei Interesse an „die Freifunker vor Ort“ wenden und bekommt geholfen.
  • Auch unsere Kommunikation nach außen ist dezentral. Ich weiß nicht, wo Du @router41069 „beheimatet“ bist, aber bei uns wird klar kommuniziert und gemacht, dass wir auch andere soziale Einrichtungen ansprechen, um mit Freifunk versorgt zu werden (Jugendzentren, Obdachlosenhäuser, Gemeindezentren…).

Hm, ich glaube, es gibt da höchst unterschiedliche Erfahrungen mit (Vereins/Organisations)Strukturen.

Einfach „mal eben“ als Caritas/Jugendzentrum/soz. Einrichtung einen Freifunk-Router aufstellen, kann man machen. Aber juristisch Verantwortliche der Einrichtung werden das nicht ohne eine rechtliche Prüfung tun, sofern sie ein wenig auf dem Kasten haben.

Kurz: Die Leitungen beschäftigen sich mit gaaaanz viel anderem Kram, sich in die juristischen Feinheiten zur Aufstellung und Betrieb eines oder mehrerer Freifunk-Knoten einzuarbeiten, haben die vielfach weder Zeit noch Muße.

Folglich wollen die gern ein „offizielles Stück Papier“ welches die Verantwortung aufzeigt bzw. die rechtliche Verantwortung eben NICHT bei der Einrichtung liegt.

Und ich kann das gut verstehen. WIR, die sich damit beschäftigen, wissen um Providerprivileg/Störerhaftung, aber erwartet nicht, dass andere da genauso im Thema stehen (wollen).

Das ist eine Fehlwahrnehmung Deinerseits:

Der FFRL Verein stattet keine Unterkünfte aus.
Das tun eventuell lokale, örtliche Freifunkvereine, oder Einzelpersonen.
Der FFRL bietet lediglich Unterstützung bei der Organisation von „Freifunk für alle“.

Die kann es auch nicht geben, da der FFRL keine Routeraufstellenden „schützt“ (wie Du es nennst)
Es gibt keine Rechstschutzversicherung dafür. Und auch keine Rechtsberatung diesbzüglich.

Das wurde schon ausführlich im diesem Thread durchgesprochen.
Wenn dazu noch weitergehende Fragen oder neue Aspekte vorhanden sein sollten, dann schreibe doch dort etwas. (Statt hier einen neuen unter clickbaitigem Betreff zu eröffnen)

Tja, das können sich Caritas&Co gern mal selbst erklären.
Da gab es ja durchaus mehrere Versuche, zumindest hier vor Ort.
Da kam dann auch wieder „wir brauchen eine Haftungsfreistellung“. "„wir brauchen eine Unfallversicherung falls jemand über die Router stolpert oder ein Router von der Decke fällt. Oder Feuer fängt“.
Und wenn man das dann irgendwie abgebogen hat: „Ihr habt die Pornoseiten nicht gesperrt. Das geht gar nicht. Wir haben wir (auch) Jugendliche!“
Da kann man dann viel erklären. Letztlich sind wir dann aber schlicht wohl nicht katholisch genug oder so…

Und jetzt weisst Du, warum die Freifunk-Router meist in Flüchtendenunterkünften hängen: Da ist man froh, wenn überhaupt jemand was tut. Und man ist nicht von BedenkenträgerInnen umzingelt wie beim Jugendtreff oder der Kirchengemeinde… Oder der Probstei, die nach einer bräunlichen Facebook-Kampagne die Freifunk-Router kurzerhand „wegen der Sicherheit“ wieder abbauen…

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@adorfer, das stimmt schon, was Du schreibst.

Aus der Außensicht interessiert diese „Feinheit“ von gestuften Strukturen zunächst nicht. Freifunk ist für Unbedarfte einfach eine Kiste, wo WLAN mit Internet rausfällt. Und da kümmert sich jemand aus seiner Heimatregion drum.

Bei nem Telekomanschluss fragen Sie es auch nicht ab!!!

Könnte auch daher kommen, dass die ehrenamtlichten Betreuer von Flüchtlingsunterkünften auf die lokalen Communities zugehen, während die Caritas Mitarbeiter nur weinen und beleidigt sind…

Und ansonsten stimme ich @adorfer voll zu, oftmals heißt es dann: „dies oder jenes wird aber nicht geblockt, so geht das nicht“…

Was fragen sie nicht ab?

a) Wenn die Einrichtung selber nen Internetanschluss bestellt, sich legen läßt und für ihre Belegungsgäste Internet freischalten, sind sie selber haftender Betreiber.

b) Wenn die Einrichtung die Telekom kostnpflichtig beauftragt, ne HotSpot-Lösung unter der Betreiberschaft der Telekom (=Provider) zu installieren und zu betreiben, ist die Einrichtungsleitung haftungsbefreit. (Von den Kosten reden mal nicht)

Jetzt kommt ein Freifunk-Aktiver daher und bietet genau Konstellation b) mittels Freifunk an.

Preisfrage: Was glaubst Du, weiß die Einrichtungsleitung über die juristischen Zusammenhänge?
Genau! Nix. Die mißtrauen zunächst dem Freifunk-Angebot, solange sie nicht irgendwo lesen können „rechtlich verhältsich das wie eine Providerbetriebene HotSpot-Lösung“

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Aber das können sie doch lesen, unter anderem in den oben verlinkten Dokumenten.

Aber für Freifunk wird im Ursprungsbeitrag eine ‚„Offiziell“ Anerkannte Erklärung‘ gefordert. Eine Selbsterklärung durch Freifunk reicht also offenbar nicht aus.
Bei den Providern sehe ich eine solche Erklärung aber eben auch nicht. Die erklären das auch nur selbst - ohne eine „offizielle Anerkennung“. Oder übersehe ich eine? Falls ja bitte verlinken, damit man weiß was dem Freifunk fehlt.

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Haben wir das nicht alles schon unter gefühlt einem Dutzend Threads diskutiert.

Was glaubt ihr denn, dass dabei jetzt noch neues herauskommen soll?

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Sprechen wir es doch offen aus: Die Telekom, UnityMedia, Telefonica/O2, Arcor/Vodafon und wie die großen TK-Unternehmen alle heißen, kennt jeder.

Es ging auch breit durch die Medien, dass ein selber freigeschalteter „Gast-Zugang“ am Router des eigenen DSL-Anschluss - trotz durch die Bundesregierung pompös abgekündigter Störerhaftung - eine Gefahr darstellt. (Abmahnungen weiterhin möglich)

Es ist - glaube ich - auch relativ weit bekannt, dass die zur Verfügungstellung von WLAN-Zugängen über TK-Anbieter (HotSpot der Telekom, UnityMedia etc. oder Dienste wie Hotplots) einem aus der Haftung (z.B. Abmahnung wg. Filesharing etc.) rausnimmt.

So. Und jetzt kommt „Freifunk“ um die Ecke als ein völliger NoName. Den kennt kaum einer näher, geschweige denn weiß er, dass der FFRL e.V. EBENFALLS ein haftungspriviligierter Provider ist.

Wie adorfer ja schreibt, GIBT es doch die Unterlagen, die eigentlich überzeugen müssten. Aber (selbsterstelltes) Papier ist bekanntlich geduldig

Vermutlich müsste nur mal groß und breit in Mainstreammedien berichtet werden, dass „Freifunk-Nutzung ungefährlich sei“, am Besten noch irgend ein Justizministerium-Fuzzi, der das bestätigt. DANN hast Du was in der Hand. Selber irgendwelche Pamphlete schreiben kann ja jeder, aber glauben muss Du das ja nicht…

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und täglich grüsst das Murmeltier … Freifunk kann fast alles sein … wer sollte das Stempeln :smile:

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Und jetzt kommt „Freifunk“ um die Ecke als ein völliger NoName. Den kennt kaum einer näher, geschweige denn weiß er, dass der FFRL e.V. EBENFALLS ein haftungspriviligierter Provider ist.

Für Zweifler und Leute, die erstmal nicht glauben wollen, das das Risiko überschaubar ist, helfen Hinweise auf Freifunk-Informationen von staatlichen Institutionen, z.B.
https://mbem.nrw/de/freifunk

Auch kann man versuchen, die eigene Stadt mit ins Boot zu holen. Freifunk KBU hat z.B. eine gute „Zusammenarbeit“ mit der Stadt Bonn: http://bonn.de/@freifunk

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Du kannst mir gerne den Kontakt zu der Caritas Suppenküche vermitteln.

Das der Verein nur ausnahmslos Flüchtlingsunterkünfte unterstützt ist weder korrekt noch entspricht es der Realität.

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Ich sag’ mal so… https://map.ff-en.de/hattingen/#!v:m;n:f4f26d529604 :wink:

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Ich könnte den Kontakt zu einer Caritas-Küche vermitteln, die das Catering für eine Geflüchtetenunterkunft macht in Halver.
Die haben aber schon Freifunk.
(Sorry, aber mein Fehler ist, dass ich Ängste nicht ernst nehme…)

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Im Fall von Lohmar hat es jetzt 4 Monate gedauert, bis die Tafel in einer Kirchenratssitzung die Zustimmung zum Aufbau eines Freifunk-Meshes mit DSL-Anschluss bekommen hat - die sind halt Gast in den Räumlichkeiten.
Die technischen Planung- und Laufzeiten kommen noch einmal dazu. Das tut sich halt nicht jeder freiwillig und ehrenamtlich an, wenn auf der anderen Seite Leute die ‚Tür einrennen‘ und Installationsunterstützung haben wollen.

Das ‚Arsch huh‘ klappt halt bei den einen besser als bei anderen.Für Vermutungen über Bevorzugungen fällt mir nur ein: Was kümmert es die deutsche Eiche, wenn eine Sau sich an ihr kratzt?

Hallo,

hmm…

Da sprichst Du einen schwierigen Punkt an. Ich hab’ schon häufig erlebt, dass Freifunker sich in solchen Organisationen engagieren wollten, ausgebremst wurden und dann leise die Tür hinter sich zugemacht haben.

Gefühlt gibt es in vielen sozialen Organisationen, Vereinen und Kirchengemeinden gewachsene Hierarchien. Viele leben Ihr Bedürfnis nach Selbstwirksamkeit und Anerkennung aus, in dem sie „Karriere“ machen und mit ihrer Macht Entscheidungen treffen, die Dinge verhindern.

In Flüchtlingsunterkünften geht’s gefühlt häufig einfacher. Evtl. bringt der Job als Sozilabetreuung weniger Prestige ein, macht zu viel Arbeit, die Hierarchie ist noch nicht so verwachsen oder die Leute sind noch neu bei der Sache und engagierter. Zwischen den Zeilen hör’ ich aber auch schon Frust über die Bürokratie oder die Organisationsstruktur.

Kritikern entgegne ich häufig:
Freifunk steht allen offen. Als Mitmach-Projekt gibt es Freifunk überall dort, wo sich Menschen engagieren und ihr Netz aufzubauen. Wenn es irgendwo kein Freifunk-Netz gibt, dann ist die Chance groß, dass sich niemand gefunden hat oder die organisatorischen Rahmenbedingungen nicht passen. Die Technik ist meist das kleinere Problem. Wenn Du möchtest, dass es an einem Ort ein Netz gibt, dann engagiere Dich und baue es auf.

Es fällt natürlich auf, wenn es einer Flüchtlingsunterkunft gelingt, motivierte Ehrenämtler zu finden und die Suppenküche eher leer dar steht - aber liegt die Schuld dafür bei Freifunk?

  • Hat sich die Organisation mal gefragt, warum das eigentlich passiert?
  • Hat jemand die Kontakte genutzt um mal für die Suppenküche zu fragen?

Evtl. kommt damit die Idee, dass die vor Ort in den Unterkünften zum Teil richtig gute Öffentlichkeitsarbeit gemacht wird, aber es andere aus den entsprechenden Ressorts nicht schaffen den Ball aufzunehmen, die Ehrenämtler für weiteres zu gewinnen und zu motivieren. Motivierte Menschen für ein Netz in der Suppenküche zu finden ist erstmal der Job der entsprechenden Organisation - der FFRL e.V. steuert in der Regel Erfahrung, Know-How und ggf. Infrastruktur bei.

Falls die Kritik wirklich aus der Caritas kommt, würd’ ich an Deiner Stelle den Ball zurück spielen und ihnen vorschlagen, die eigene Öffentlichkeitsarbeit und Helfergewinnung zu überdenken. Evtl. hift’s ja schon, die Leute in der Unterkunft persönlich zu fragen, wer in der Suppenküche helfen möchte …

Das ist ein schwieriger Punkt. Erstmal:
Der Verein schützt niemanden vor der Störerhaftung. Er kann weder verhindern, dass gegen Dich zivilrechtlich vorgegangen wird, noch bietet er entsprechende Rechtsschutz- oder Haftpflicht-Versicherungen an … aber das geht am Punkt vorbei.

Die Diskussion hilft wenig. Häufig kommen die verschiedenen Argumente immer wieder, wenn Menschen nicht so recht Lust haben mitzumachen und nach Ausflüchten oder Problemen an Stelle von Lösungen suchen. Selbst wenn ich das eine oder das andere Argument widerlege, kommen weitere Bedenken.

Lass Dich von Graugesichtern nicht frustrieren. Mach Freifunk mit Leuten, die begeistert sind Freifunk zu tun. Es gibt immer viele gute Gründe etwas nicht tun - aber das führt zu nichts. Auf jeden Bedenkenträger kommt mindestens einer, den Du begeistern kannst, mit Dir Dinge zu bauen. Hier kannst Du besser Deine Freizeit verwenden :-D.

Viel Spaß am Gerät,
Gruß, yanosz

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Wir haben die Erfahrungen gemacht, das es sehr gut ist, wenn Leute Freifunk wollen (und nicht zuweit nach oben fragen) und halbwegs verstanden haben. Auch in (z.B. christlichen) Organisationen absolut kein Problem!

Kommt man jedoch von außen, stößt man früher oder später aber meist schnell auf Bedenkenträger, die dann alles blocken.

Im Bereich der Flüchtlingshilfe gibt es viele Organisatoren ,die Türen für Freifunk öffnen können, Freifunk ist dann schnell gemacht. :wink:

Da kann ich mich yanosz vollständig anschließen, sowohl in Meinung als auch in der Strategie, so nicht nur hier in Dresden. Gegen Windmühlen zu kämpfen vergeudet nur wertvolle Lebenszeit. Identifiziert man Windmühlen oder ganze Windmühlenparks, packt man lieber schnell die Freifunkkoffer, bevor man mit Gegenargumenten, wie „Freifunk erhöht den Wasserverbrauch“, getrollt wird.

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